Einführung in die uralte Dongba-Kultur Vor langer Zeit, in den Nebeln der Antike, bevölkerte ein großer und mächtiger Stamm nomadisierender Yak-Hirten die Steppen im Norden Chinas. Konflikte innerhalb des Stammes und die nie endende Suche nach neuen Weidegebieten brachte einen Zweig dieses Stammes dazu, sich auf eine lange Wanderung in Richtung Süden aufzumachen.
Die Legende sagt, dass die schamanistische Dongba-Religion des Naxi-Volkes während der Wanderung nach Süden entstand und sich nach der Besiedelung ihrer neuen Heimat weiter entwickelte. Diese fleissigen Menschen machten Papier aus der Rinde von Bergsträuchern, Stifte aus Bambus und Tinte aus Ruß, und sie kreierten eine einzigartige piktografische Schrift, die auf den vielfältigen Formen der Natur basierte.
Der Dongba-Schamamismus ist die Religion des gesamten Naxi-Volkes. Mit Ursprung in der antiken Naxi-Magie, basiert die Dongba-Religion auf der Anbetung eines Pantheons von Gottheiten und dem anamistischen Glauben an die Beseeltheit aller lebenden Geschöpfe. Sie enthält starke Elemente aus Tibets prä-buddhistischer Bon-Religion, aus Buddhismus und Taoismus, und drückt ein tiefes Verständnis vom Leben und der Welt durch Respekt vor der Natur und Verehrung der Vorfahren aus. Die Schamanen der Dongba-Religion werden "Dongbas" genannt; ein Wort mit der Bedeutung wie "Weiser" oder "Meister". Die Dongba-Schamanen sind tief verbunden mit Himmel und Erde, Glück und Unglück. Sie Können die Gottheiten anrufen und die Dämonen besänftigen, für Glück beten und das Böse abwenden. Die Stellung ist vererbbar und wird in einer Familie von Generation zu Generation weitergegeben, in der die Schamanen die alte Dongba-Kultur des Naxi-Volkes bewahren und verbreiten. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Naxi-Dongba-Kultur von großem Interesse für wissenschaftliche Kreise; die ersten ethnologischen Studien wurden 1885 durchgeführt. Internationale Gelehrte glauben, dass die Erforschung der Dongba-Kultur ein Licht auf viele Geheimnisse der menschlichen kulturellen Entwicklung werfen könnte. Aus dieser Perspektive betrachtet stellt die Dongba-Kultur nicht nur einen Schatz für das chinesische Naxi-Volk dar, sondern ist Teil des kulturellen Erbes der gesamten Menschheit. Die Nachfolge der Dongba-Schamanen befindet sich derzeit in einer Krise. Aus der gesamten Naxi-Population von 280.000 Menschen gibt es weniger als 20 lebende echte Dongba-Schamanen - und alle sind sehr alt. Es ist anzunehmen, dass diese Alten die erste Dekade des neuen Jahrtausends nicht überleben werden. Sollte dieser Bruch in der Linie der alten Dongba-Tradition nicht verhindert werden können, wird diese lebende Kultur schnell nur noch Geschichte sein. Die Dongba-Kultur zu erhalten ist somit eine dringende Verantwortung aller Völker dieser Erde geworden. |
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